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Wie können wir bestmögliche Bildung für alle bieten?

17. Jan.
3 Min. Lesezeit

In was könnten wir besser investieren als in unsere eigene Bildung und vor allem in die unserer Kinder? Es gibt keine wertvollere und gewinnbringendere Investition. Ich denke, mit den Schulen und Bildungseinrichtungen für jung und alt, die wir hier in Böblingen haben, sind wir sehr gut aufgestellt. Trotzdem müssen und können wir überall noch besser werden.

Die Stadtverwaltung und allen voran der Oberbürgermeister muss eine ausreichende Anzahl an Kitaplätzen anbieten. Dazu müssen Erzieherinnen kreativ und intelligent angeworben werden. Bei der Entscheidung für eine Stelle sind wie in der Wirtschaft weiche Faktoren oft am überzeugendsten, wie Ausstattung, Arbeitsklima, Wohnraum, Freizeitmöglichkeiten, Integration in eine bestehende Gemeinschaft, städtisches Umfeld und Lebensqualität, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Die Versorgung der Schulen an modernen Klassenräumen und moderner Ausstattung für unsere Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer geht einfach nicht schnell genug voran.

Wie kann es sein, dass Ausgaben getätigt werden mit fragwürdigem Nutzen für die Allgemeinheit, bevor unsere Bildungseinrichtungen saniert werden? Und wie kann es sein, dass unsere Schüler noch mit den alten Mitteln von vor bis zu 50 Jahren lernen müssen, weil es keinen konkreten Investitionszeitplan für die Zukunft gibt?

Die Stadtverwaltung und allen voran der Oberbürgermeister müssen alles notwendige dafür tun, die nötigen Mittel und Ressourcen bereitzustellen. Alle Netzwerke und Partnerschaften zu anderen Bildungseinrichtungen und Städten, Ministerien, Fördereinrichtungen, Unternehmen, Stiftungen und Vereinen müssen genutzt werden, um die bestmögliche Lernumgebung für unsere Schulen und Bildungseinrichtungen zu bieten.

Das gilt nicht nur für unsere Kitas, Grundschulen und alle weiterführenden Schulen, sondern auch für die Volkshochschule, die entsprechende Weiterbildungskurse konsequent nach Bedarf und Interesse anbieten muss.

Wie in der VHS ohne starren Lehrplan müssen wir auch die Lernmöglichkeiten unserer Schüler über den Lehrplan hinaus erweitern und flexibel an unsere Zeit anpassen.

Praktische Sprachkurse für Deutsch und Fremdsprachen in Kitas und Grundschulen müssen angeboten werden.

Wir können dazu über zusätzliche freiwillige Wirtschafts- oder Unternehmenskurse nachdenken, die wir den Schülerinnen und Schülern anbieten können, um in erster Linie Betriebswirtschaft und Unternehmensführung in der Praxis zu lernen, was ja aktuell gar nicht angeboten wird. Meiner Meinung nach sollte jede Schülerin und jeder Schüler in der 10. Klasse und vor allem jede Studentin und jeder Student einer weiterführenden Bildungseinrichtung die Möglichkeit haben, eine Unternehmensgründung durchzuführen, zu lernen, wie ein Businessplan erstellt wird, und kaufmännische Tätigkeiten von der Marktanalyse über die Buchhaltung bis zum Verkauf mit Kundkenkontakt praktisch anzuwenden. Sollte dabei erfolgreich gewirtschaftet werden, so können diese Ressourcen ja ohne weiteres für Investitionen in den Schulbetrieb genutzt werden. Lehrkräfte als Seiteneinsteiger aus Unternehmen können  die Lehrkräfte an den Schulen unterstützen.

Insgesamt muss die Möglichkeit des Erlernens von Praxis und das Erleben der oftmals nur theoretischen Lehrinhalte ausgebaut werden. Die Teilnahme an Jugend Forscht sollte jeder Schülerin und jedem Schüler zumindestens an allen Böblinger Gymnasien möglich sein, und die Bundesjugendspiele sollten an allen Schulen angeboten werden. Warum sollten wir nicht so weit gehen, dass wir durch eine Partnerschaft mit dem DOSB ein Sportgymnasium aufbauen, so wie das AEG auf seine Art ein Musik-Gymnasium ist, das viel Wert auf das Erlernen der verschiedensten Musikinstrumente legt und das Musizieren intensivst fördert? Oder aber ein Gymnasium anbieten, das noch mehr Lehrinhalte im Bereich der MINT-Fächer legt und engen Kontakt zu den Forschungseinrichtungen und Unternehmen in unserer Region pflegt? Das gleiche kann für ein Gymnasium gelten, das besondere Lehrinhalte in BWL anbietet und engen Kontakt und Austausch hat mit den verschiedensten Unternehmen? Jura oder auch Medizin kommen in den aktuellen Stundenplänen und dem angebotenen Lehrstoff so gut wie gar nicht vor, warum also nicht Netzwerke aufbauen, um Lehrinhalte auch in diesen Gebieten auf unseren Schulen auf freiwilliger Basis anzubieten?

Es könnten bereits in der Grundschule (freiwillige) Kurse zu Tätigkeiten in Handwerksberufen angeboten werden (Schreiner, Buchdrucker, Buchbinder, Goldschmied, ...).

Die Ganztagsbetreuung muss für alle Schüler angeboten werden, die es möchten, nicht nur Beaufsichtigung sein, sondern Hausaufgabenbetreuung und auch Nachholangebote für Nachzügler und für ausgefallenen oder versäumten Unterricht sowie freiwilligen praxisbezogenen Zusatzunterricht in Sprachen, MINT, Wirtschaft, Jura oder auch Medizin bieten, um unseren Kindern Forschung, Neugierde und das Aneignen von Expertenwissen beizubringen als Basis für logisches und kritisches bzw. kreatives Denkvermögen.

Die Qualität der Schulbildung gewinnt nicht nur durch Praxis, sondern auch, indem Netzwerke und Partnerschaften (wie z.B. unsere Städtepartnerschaften) genutzt werden, um Ressourcen zu teilen und Erfahrungen auszutauschen oder auch Auslandsaufenthalte sowie Unternehmensbesuche oder qualitativ hochwertige Praktika zu organisieren und anzubieten.

Bestehende und zukünftige Netzwerke müssen dazu beitragen, die von der Landesregierung in Stuttgart geplante KI-Universität als immense Aufwertung unseres bestehenden KI-Standorts nach Böblingen zu bringen. Dies wäre gleichzeitig ein absoluter Magnet für zukünftige Investitionen in unserer Stadt.


 
 

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