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...und wie ist es mit dem Verkehr?

  • 17. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich regelmässig ärgern, dass schon wieder so ein Autofahrer vor Ihnen herschleicht, meistens mit auswärtigem Kennzeichen? Dass sie wieder an jeder Ampel oder Kreuzung halten müssen? Dass wegen den Dauerparkern bei Gegenverkehr wieder kein Durchkommen ist? Oder, dass Sie es mit grösster Sorge sehen würden, wenn Ihre Nichte oder Neffe alleine mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs wären? Der für die Sicherheit nötige und auch vorgeschriebene Abstand beim Überholen eines Fahrrades kann auf unseren Straßen wirklich nur sehr selten und dann auch nur mit Mühe richtig eingehalten werden.

Ich verstehe auch alle Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten, die Kinder persönlich zur Schule oder in den Verein fahren. Oft bleibt bei den Stundenplänen und Aktivitäten gar nicht viel Zeit. Ich gehöre ja auch dazu.

Die Stadt und allen voran der Oberbürgermeister muss endlich eine richtige und langfristige Lösung für unser Verkehrsproblem in der gesamten Stadt finden für alle Verkehrsteilnehmer, anstatt immer nur Flickwerk zu produzieren. Planloses Sparen ist ja oft auch insgesamt teurer, wenn man das konsequente Lösen von Problemen immer nur aufschiebt.

Das Konzept 'Smart City' bietet mit dem KI-gesteuerten Verkehrsleitsystem einen Ansatz und liegt auch schon seit 2021 auf dem Tisch.

Zunächst kann der Verkehrsfluss mit Hilfe der Verkehrsbeobachtung und KI über eine dynamische Ampelschaltung in Echtzeit verbessert werden.

Zusätzlich kann aber auch das ganze Verkehrskonzept überdacht werden:

Böblingen ist ja an sich eine sehr autofreundliche Stadt. Sie muss aber noch autofreundlicher werden. Gleichzeitig muss Böblingen auch fahrradfreundlicher und auch fußgängerfreundlicher werden.

Um dies alles unter einen Hut zu bekommen, muss Böblingen insgesamt menschlicher werden. Im Mittelpunkt muss dazu eine vernünftige Verkehrsplanung stehen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, sei es als Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger. Jeder muss auf seine Art sicher und zügig dahin kommen, wo er hinmöchte.

Wenn wir mit dem Autofahrer anfangen, ist ja in Böblingen alles auf ihn ausgerichtet: überall führen Straßen zu Parkplätzen, wo immer wir auch hinmöchten. Nur diese sind oft belegt, und die Straßen, die dort hinführen, sind immer öfter verstopft. Ampeln, Kreuzungen, Dauerparker, Gegenverkehr, um nur einige Hindernisse zu nennen, stören oft gewaltig. Können wir es nicht schaffen, die Verkehrsdichte zu verringern, zunächst nur, indem wir den Durchgangsverkehr umleiten?

Außerdem wissen wir ja alle, dass der Verkehr auf geraden und breiten Straßen am schnellsten fließt. Bei Verengungen, Kreuzungen und Hindernissen verkommt alles irgendwann zum langsamen quälenden Schleichen, Stop-and-Go, Stau und schließlich zum Stillstand. Sämtliche Verkehrsteilnehmer sowie Anwohner der ursprünglich oft verkehrsberuhigten Straßen, die oft als Schleichwege genutzt werden, regen sich nur darüber auf.

Für eine Lösung können wir dazu nach Paris und München schauen, wo es außerhalb und innerhalb der Stadt Ringstrassen gibt, die den Transitverkehr um die Stadt herumleiten und innerhalb der Stadt ein zügiges Fahren erlauben. Dazu gibt es wie bei einem Strohstern Stichstraßen, die eine schnelle Zufahrt zur Innenstadt ermöglichen und umgekehrt auch ein schnelles Herausfahren.

Dies alles ist ja nicht neu in Böblingen. Das Prinzip der Stadtplaner von früher kann man ja noch grob auf den Stadtplänen erkennen. Nur wurden die nötigen Straßen mit der Zeit gesperrt, verbaut, beruhigt und schließlich zugeparkt. Jetzt habe ich den Eindruck, dass man nur noch im Zickzackkurs durch Böblingen fahren kann und an fast allen Ampeln und Kreuzungen anhalten muss.

Wir müssen mit unseren Nachbarstädten die Beschilderung der Umgehungsstraßen anpassen und die Navi-Dienstleister dazu bringen, den Verkehrsteilnehmern bevorzugt Alternativrouten über die Umgehungsstraßen, Ringstraßen und Stichtraßen zu empfehlen, anstatt den kürzesten Weg quer durch die Stadt. Die schon existierenden Stichstraßen, die zu den vielen oft gähnend leeren Parkhäusern führen, müssen wieder geöffnet und vernünftige Ringstraßen definiert werden, damit diese dann so zu unser aller Bedürfnisse entsprechenden flüssigen Verkehrsadern gestalten werden können.

Dazu müssen keine teuren Umgestaltungen gemacht und auch keine der viel geschmähten Baustellen eingerichtet werden. In den meisten Fällen reicht als Lösung, Beschilderungen und Markierungen anzupassen.

In Paris gibt es in manchen Wohngebieten fast nur noch Stichstraßen und Einbahnstraßen. Jeder fährt in die gleiche Richtung, und Wege kreuzen sich seltener. Wer sagt denn, dass man zu einem bestimmten Punkt aus allen Richtungen kommen muss? Oft ist es schneller, so wie im Parkhaus im gemeinsamen Strom zu fahren, als chaotisch jeder für sich kreuz und quer in alle Richtungen. Es braucht dazu dann weniger Beschilderung, weniger Kreuzungen und weniger Ampeln. Einzelne Straßen in Einbahnstraßen zu verwandeln, ist nicht aufwendig. Eine angepasste Beschilderung reicht meistens völlig aus. In der Feldbergstraße wurde der Bereich bei der evangelischen Martin-Luther-Kirche ja schon vor langer Zeit als Einbahnstraße ausgewiesen. Die Anwohner haben eine ruhigere Straße und kommen über den Herdweg oder die Schwabstraße, die parallel verlaufen, dennoch zügig an ihr Ziel. Die Einbahnstraße in diesem Bereich ist breiter, sicherer, flüssiger und ruhiger.

Zusätzlich müssen sich die Dauerparker, die oft ja Firmentransporter oder Wohnmobile sind, auf dazu vorgesehene Stellplätze umorientieren, um die Anzahl der Hindernisse zu vermindern. Einsatzfahrzeuge, Gäste, Gehbehinderte, Handwerker, Lieferdienstleister und Öffis müssen zum Halten oder Parken den nötigen Parkraum ausgewiesen bekommen, nach Bedarf mit ausreichend E-Ladestationen.

Die Stadt und allen voran der Oberbürgermeister muss die nötigen zusätzlichen Stellplätze und Parkräume in den betroffenen Ortsteilen endlich durch intelligente Planung schaffen, auch mit den notwendigen E-Ladestationen.

Durch sinnvolle und durchdachte Verkehrsleitung muss dann auch noch die Anzahl der vielbefahrenen Kreuzungen reduziert und unnötige und teure Ampeln entfernen werden. Der Schilderwald muss zudem gelichtet werden, und die bestehen bleibenden Ampeln müssen global für ganz Böblingen wie im Smart City Konzept für einen flüssigen Verkehrsfluss mit KI vernetzt werden.

Alle Verkehrsteilnehmer wären zügiger unterwegs und Anwohner wären entlastet.

Dadurch, dass dafür keine großen Eingriffe oder Baustellen nötig sind, kann die Planung hinreichend getestet und einfach optimiert werden.

Die Öffis könnten in einer Optimierung des ÖPNV dann mit dieser Verkehrsplanung auch zielgerichteter, schneller, individueller und in höherer Taktzahl verkehren, was auch die Zahl der Nutzer erhöhen wird.

Den entstandenen Raum können wir alle mit dem Fahrrad oder zu Fuß nutzen. Sichere Radwege müssen geschaffen werden, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen. Ebenso müssen ausreichende Abstellmöglichkeiten mit E-Ladestationen für Fahrräder geschaffen werden.

Insgesamt wird so die Zahl der Verkehrsteilnehmer in unserer Innenstadt zusätzlich reduziert werden. Der Verkehr wird flüssiger und für alle Verkehrsteilnehmer angenehmer, sicherer und weniger gefährlich.

 
 

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