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Wie und mit welchen Mitteln können wir das alles umsetzen?

  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Ist es wirklich klug, dringend notwendige Innovationen immer weiter aufzuschieben mit dem Argument, der Haushalt lasse das nicht zu? Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wer vorausschauend handelt: Der Kluge investiert gezielt, nutzt Chancen und spart dort, wo es sinnvoll ist – statt den Kopf in den Sand zu stecken und auf Gebührenerhöhungen zu warten.

Fakt ist: Seit Jahren steigen die Ausgaben unserer Stadt schneller als die Einnahmen. Genau hier braucht es Führung, Klarheit und Konsequenz. Die Stadtverwaltung – und allen voran der Oberbürgermeister – muss entschlossen sparen, klug priorisieren und konsequent alle verfügbaren Fördermittel von EU, Bund, Land, Kreis, Stiftungen und privaten Förderern ausschöpfen. Gleichzeitig müssen unsere Einnahmen wieder wachsen – nicht durch höhere Steuern, sondern durch neue Unternehmen, gute Arbeitsplätze und eine starke lokale Wirtschaft.

Sparen heißt dabei nicht blind kürzen. Sparen heißt, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen. Eine echte, durchgängige Digitalisierung der Verwaltung ist überfällig: Informationen müssen schnell verfügbar sein, Abläufe einfacher, Behördengänge digital und zeitsparend. Das entlastet Mitarbeitende, spart Geld und bringt Tempo in Entscheidungen.

Mit moderner Organisation und gezielter Fortbildung können wir unsere gut qualifizierten Mitarbeitenden noch besser einsetzen – ohne Entlassungen. Frei werdende Kapazitäten ermöglichen neue Aufgaben: etwa spezialisierte Fachkräfte für Fördermittel, Stadtentwicklung oder Stadtmarketing. Teure externe Berater, die Wissen wieder mitnehmen, müssen wir durch eigene Kompetenz ersetzen. Dieses Know-how gehört dauerhaft in unsere Stadt.

Unsere Verwaltung muss wieder mehr sein als ein Verwalter – sie muss Gestalter werden. Dafür brauchen wir schlagkräftige Expertenteams, die ämterübergreifend arbeiten, Prozesse verbessern und Projekte effizient umsetzen. Was Unternehmen erfolgreich macht – klare Verantwortung, Fachkompetenz, Weiterbildung und Ergebnisorientierung – können und müssen wir auf die Stadt übertragen.

Auch unsere Jugend gehört dazu: Durch hochwertige Praktika, Werkstudentenstellen und Kooperationen mit Schulen, Berufsschulen und dem Herman-Hollerith-Zentrum sparen wir Kosten, gewinnen frische Ideen und geben jungen Menschen wertvolle Praxiserfahrung hier in Böblingen.

Niemand muss alles allein lösen. Netzwerke mit anderen Städten, Partnerstädten, Institutionen und Vereinen helfen, Erfahrungen zu teilen und Projekte gemeinsam günstiger und schneller umzusetzen. Gemeinschaft macht stark – auch zwischen Kommunen.

Und wenn Haushaltsmittel nicht ausreichen, dürfen wir nicht aufgeben. Neben dem städtischen Haushalt brauchen wir kreative und innovative Finanzierungswege: Crowdfunding, Sponsoring, Bürgerbeteiligungen, Genossenschaften, Stiftungen, Partnerschaften oder Wettbewerbe. Gut geplante, transparente und sinnvolle Projekte finden Unterstützer. Auch Fondsmodelle mit Beteiligungen sind denkbar – immer mit dem Ziel, dass die Stadt die strategische Kontrolle behält.

Unsere Banken, unsere Unternehmen, unsere Stiftungen und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger sind bereit zu helfen, wenn sie überzeugt sind. Transparenz über eingesetzte Mittel – etwa über die BBapp oder im Amtsblatt – schafft Vertrauen und Motivation.

Vergessen wir eines nicht: In Böblingen steckt enormes Potenzial – an Wissen, Erfahrung, Engagement und Kapital. Unser größter Reichtum sind wir selbst. Wenn wir zuhören, gemeinsam planen, offen kommunizieren und entschlossen handeln, können wir viel mehr erreichen, als viele heute glauben.

Mit Mut, Vernunft, kluger Organisation und echter Beteiligung können wir unser Böblingen gestalten – nicht irgendwann, sondern jetzt.

 

 
 

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