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Wie können wir den Wirtschaftsstandort Böblingen stärken?

  • 17. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Manche Pessimisten unken schon und befürchten für unsere Stadt und unsere Region einen Niedergang vergleichbar dem von Detroit, einst florierendes Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie.

Ich persönlich halte uns für stark genug, dieses Schicksal zu vermeiden und im Gegenteil gestärkt aus der aktuellen wirtschaftlichen Schwächephase herauszukommen. Das Potential ist vorhanden.

Um unsere hohe Lebensqualität hier in Böblingen zu bewahren, die guten Arbeitsplätze hier zu halten und vor allem, um die notwendigen Einnahmen aus Gewerbesteuern und Einkommenssteuern zu generieren, damit wir uns wieder leisten können, was wir uns leisten wollen. Dazu muss die Stadt und allen voran der Oberbürgermeister alles Notwendige dafür tun, dass nicht weiter Unternehmen abwandern oder schließen. Gleichzeitig müssen viele innovative und expandierende Firmen aus Zukunftsbranchen sich hier entwickeln und ansiedeln können.

Dazu müssen konsequent alle unsere Standortvorteile gestärkt werden. Der Schlüssel ist in einem einfachen Wort ausgedrückt die Attraktivität von Böblingen. Unternehmen und deren Beschäftigte müssen den starken Wunsch verspüren, nach Böblingen zu kommen.

Die Stadt muss der zentrale Ansprechpartner für Unternehmen werden, um das ideale Umfeld dafür aufzubauen. Nur als Richtwert: Um etwa 1 Million Euro an zusätzlichen jährlichen Gewerbesteuern einzunehmen, muss die Stadt erfolgreiche Unternehmen ansiedeln, die etwa 500 Arbeitsplätze schaffen. Und von dieser 1 Million Euro muss die Stadt dann einen Großteil in Form von Umlagen an Stadt und Land abgeben.

Doch weiß unsere Stadtverwaltung und unser Oberbürgermeister, was unsere Unternehmen für ihr Wachstum und ihren Erfolg benötigen? Weiß unsere Stadt, wo die einzelnen Unternehmen, groß oder klein, in den nächsten Jahren stehen wollen?...und was sie dafür benötigen?

Zuallererst muss dazu die Stadt und allen voran der Oberbürgermeister Kontakte knüpfen und pflegen, und dabei alle notwendigen Informationen sammeln, um die ortsansässigen Unternehmen und ihre konkreten Bedürfnisse zu kennen. Daraus müssen zusammen mit den definierten Maßnahmen des nunmehr vorliegenden Integrierten Stadtentwicklungskonzept ganz schnell Lösungen umgesetzt werden, um ein Umfeld zu schaffen, um bereits in Böblingen ansässige, erfolgreiche Unternehmen bei deren Weiterentwicklung zu unterstützen und neue Unternehmen darum herum anszusiedeln, damit Böblingen in Zukunft wieder ein idealer Standort für Innovation und Erfolg wird und bleibt. Die Stadtverwaltung muss in Zukunft deutlich mehr auf ihr eigenes Können setzen und externe Berater ganz gezielt zur zusätzlichen Gewinnung von Wissen und Prozess-Know-how einsetzen. Die Expertise dazu ist in der Stadtverwaltung bereits vorhanden, und so bleibt dann auch das Wissen hier vor Ort.

Die Stadt muss zudem auch wissen, was sie schon besitzt und auf was sie zugreifen kann, damit bekannt ist, was noch benötigt wird, um dieses Konzept erfolgreich umsetzen zu können.

Fachliche Unterstützung und Fördermöglichkeiten müssen dazu konsequent in Anspruch genommen werden.

Aktuelle Ressourcen, Partnerschaften und Netzwerke müssen ausgebaut werden, damit neue Unternehmer und Unternehmen darin eingebunden werden können und dann in das moderne und bedarfsgerechte Umfeld investieren, um hier mit uns weiter an unserer Zukunft zu arbeiten.

Der Erlös aus dem Wiederverkauf städtischer Grundstücke kann die Investitionen finanzieren.

Die Stadt muss bei der Ansiedlung neuer Unternehmen die Kontrolle behalten können, dass vornehmlich nachhaltig erfolgreich wirtschaftende Betriebe und Unternehmen aus Zukunftsbranchen den Zuschlag bekommen.

Die Stadt muss Bebauungspläne anpassen und neue Flächen als Gewerbegebiet ausschreiben. Sie muss bei Grundstücksverkäufen konsequent das Vorkaufsrecht ausüben, um schlicht Spekulanten, die Flächen erwerben, um sie dann brach liegen zu lassen, aber nicht zu investieren, die Grundlage für Ihre Immobilienspekulationen zu entziehen.

Wir können uns auch nicht weiterhin den Luxus erlauben, nur Erbpachtverträge anzubieten anstatt zu verkaufen. Mit dem durch den Verkauf erwirtschafteten Geld kann sofort wieder investiert werden, damit wieder neue Einnahmen generiert werden können. Werte werden so geschaffen, damit auch in Zukunft wieder Grundstücke gekauft werden können.

Die neu angesiedelten Unternehmen generieren zusätzliche Gewerbeeinnahmen und beschäftigen zusätzliche Arbeitnehmer, die durch ihre Einkommensteuer in die Stadtkasse einzahlen. Diese sind für unsere Zukunft unabdingbar, denn nur damit können neue Investitionen - auch in die Stadtinfrastruktur, Bildung, Kultur und Freizeitangebote - getätigt werden.

Und schließlich muss die Stadt konsequent darauf einwirken, dass zum einen überall dort Parkhäuser gebaut werden, wo immense Parkflächen in den Gewerbegebieten unnötig Gewerbeflächen blockieren, wenn die dort Beschäftigten auf ihr Auto angewiesen sind und die Öffis nicht nutzen können. Dieser frei gewordene Raum muss dann für die Ansiedlung neuer Unternehmen oder schon ansässiger Firmen, die sich vergrößern möchten, zur Verfügung gestellt werden. Zum anderen muss die Stadt darauf einwirken, dass die neuen Öffis auch in den Gewerbegebieten angenommen werden, indem sie vor allem auch hier intelligente Angebote schafft wie spezialisierte Zubringerdienste für Unternehmen zu den Bürozeiten, etc.

 

 
 

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